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Kennst du schon ...? die unicorns4jesus?
Die unicorns4jesus machen Outlaw-Worship, also Lobpreis von und für alle, die Glaubensgemeinschaft und Kirche eher als Ort von Ausschluss, Anpassungsdruck oder Fremdheit erlebt haben. Sie verbinden klassische Worship-Themen mit mehrstimmigem Indie-Pop. Ihre Songs erzählen von Glauben, Sehnsucht, Verletzlichkeit und Hoffnung, für Menschen, die sich in christlichen Gemeinschaften oft wie Christ:innen zweiter Klasse fühlen. Besonders viele queere Menschen kennen diese Erfahrung. Aber auch viele andere: etwa Geschiedene, Alleinerziehende, neuro- divergente oder alleinstehende Menschen. Statt Hochglanz-Worship entsteht dabei etwas Ehrliches, Unperfektes ... Menschliches eben.
Neben ihren selbst geschriebenen und komponierten Songs findet ihr auf ihrer Homepage auch eine umfangreiche Liedersammlung für queer-inklusive Gottesdienste. Die Liste enthält sowohl Lobpreis- und Worshipsongs als auch eine Auswahl von Kirchenliedern aus dem landeskirchlichen Gesangbuchrepertoire. Sie möchte Musiker:innen und Gemeinden dabei unterstützen, passende Lieder für eine offene, vielfältige und einladende Gottesdienstgestaltung zu finden. Die Listen verstehen sich als Zeichen der Solidarität mit Menschen, die sich für Liebe, Vielfalt und Menschlichkeit in Kirche und Gemeinde stark machen.
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Das Bild zeigt Jenni im Porträtformat. Sie sitzt auf einer Wiese im Freien, die Arme verschränkt und die Beine angezogen. Jenni trägt ein schwarzes Oberteil, eine blaue Jeans und Ohrringe. Im Hintergrund sind Bäume und ein Zaun zu sehen. Über dem Bild steht der Text: "Gedankenwolken" in weißer Schrift auf grünem Hintergrund. Darunter folgt der Text: "Jenni: Gottes Geist war immer schon Zeitgeist." in gelber und schwarzer Schrift. Im oberen Bereich des Bildes sind die Logos "Deine OnlineKirche" und ein blaues Kreuz-Symbol zu erkennen.
Heute ist „Zeitgeist" leider zu einem Kampfbegriff geworden. Das Gegenwort zur vermeintlich festen, sicheren Interpretation des „Wortes Gottes". Sobald eine Auslegung von der gewohnten Interpretation abweicht, heißt es schnell: Das ist nur Zeitgeist. Als wäre damit schon entschieden, dass es falsch ist. Als wäre das „Alte" automatisch Wahrheit und jede neue Perspektive automatisch Abweichung vom „Richtigen".
Dabei hat Gottes Geistkraft nie anders gewirkt als mitten in der Zeit. Sie hat Menschen nie außerhalb ihrer Welt angesprochen, nie losgelöst von ihrem Verstehenshorizont. Gottes Geistkraft sprach immer so, dass Menschen sie hören konnten: in ihrer Sprache, in ihren Bildern, in ihren Fragen, in ihren Möglichkeiten, die Welt zu verstehen. Genau das zeigt bereits die Bibel selbst. In ihr stehen unterschiedliche Stimmen nebeneinander: verschiedene theologische Perspektiven, unterschiedliche Akzente, manchmal sogar Spannungen.
Schon damals haben Menschen gedeutet, gerungen, interpretiert und sind nicht immer zu denselben Ergebnissen gekommen. Theologie und Glaube haben sich verändert, wurden neu gedacht. Dokumentiert in den Schriften der Bibel. Diese Vielfalt wurde nicht ausgelöscht, sondern bewahrt, weil Glaube immer vielfältig ist und mitten im Leben entsteht: geprägt von Zeit, Kultur, Erfahrung, Gesinnung und menschlichem Verstehen. Da ist Raum im Glauben. Bei Gott. In der Bibel.
Auch das, was heute oft als „schon immer gültige" Auslegung verteidigt wird, ist selbst Ausdruck eines Zeitgeistes. Nur eben eines früheren Zeitgeistes. Geprägt von den Fragen, Ängsten, Machtverhältnissen und Überzeugungen seiner Zeit. Genauso menschlich und nicht göttlicher, nur weil es älter ist. Es geht mir nicht darum, Glauben beliebig zu machen oder Wahrheit aufzugeben. Es geht darum, anzuerkennen, dass JEDE Auslegung Interpretation bleibt. Problematisch wird es dort, wo die eigene Deutung absolut gesetzt wird, als einzig legitime Stimme Gottes. Wo menschliche Auslegung mit göttlicher Autorität verwechselt wird.
Dann wird die Bibel nicht mehr als lebendiger Raum verstanden, sondern festgeschrieben und verengt. Sie wird enger gemacht, als sie selbst es ist: härter, strafender, trennender. Oft entsteht daraus ein Glaube, der kontrolliert, nicht mehr befreit. Doch Gottes Geist hat Menschen nie klein gemacht oder festgehalten. Hat nicht dazu befähigt, Angst zu verwalten oder Grenzen zu zementieren. Gottes Geist ist Bewegung. Lebendig. Gegenwärtig. Frei.
Auch der biblische Kanon ist kein geschlossenes, „vom Himmel gefallenes Buch". Nicht von Gott übergeben. Er ist gewachsen, als Ergebnis von Auswahlprozessen, theologischen Debatten, kirchlicher Autorität und historischer Entwicklung. Über Jahrhunderte wurde gesammelt, verworfen, diskutiert und entschieden, welche Schriften dazugehören und welche nicht.
Jesus selbst hat nichts Schriftliches hinterlassen. Ich vermute deshalb, weil Menschen genau das tun: Sie halten Transzendenz nicht aus. Sie brauchen etwas zum Festhalten. Etwas Materielles, Irdisches. Sie versuchen, Gott festzuschreiben, Gott verfügbar zu machen, um aus der eigenen Deutung damit Macht abzuleiten. Doch Gottes Geist entzieht sich genau dieser Vereinnahmung.
Gottes Geistkraft lässt sich nicht festhalten. Auch nicht in einem Buch. Sie bleibt nicht stehen. Nicht außerhalb der Zeit. Sie ist mitten in ihr. Immer. Auch heute noch. Gottes Geist ist Zeitgeist. Was denkst du?
Foto: S2G-Fridolin - SegenToGo
Foto: TB S2G Gabi - SegenToGo