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Foto: Dona Nobis Pacem - Gebete
Foto: Frauentag - Aktion
Foto: Weltgebetstag 2026 - Gebete
Jenni sitzt in einem hellen Raum neben einem Fenster. Sie blickt mit leicht gesenktem Kopf nach unten und wirkt ruhig und nachdenklich. Ihre langen dunklen Haare fallen über die Schulter, sie trägt einen schwarzen Pullover und kleine Creolen-Ohrringe. An der Wand hinter ihr hängt ein Holzkreuz. Im Bild steht der Text: „Passionszeit. Und ich. Jenni: Keine Trauerpflicht, aber Möglichkeiten, schweren Gefühlen Raum zu geben.“
Für mich ist die Passionszeit mehr als ein Abschnitt im Kalender. Sie ist eine bewusst begangene Zeit, die ich jedes Jahr aufs Neue erlebe. Wenn ich faste, dann suche ich etwas, dessen Verzicht mich auch wirklich erinnert. Ein Verzicht, der mir täglich auffällt und mir hilft, mich immer wieder auf und in dieser Zeit neu auszurichten. In den letzten Jahren war das oft Social Media. Ein bewusster Abstand von dieser Schnelllebigkeit, den Kontroversen, dem Konsum. So schaffe ich Zeit für Reflexion und die innere Einkehr.
Passionszeit bedeutet für mich, mich den dunkleren Themen zuzuwenden. Denen, die Jesu Leben, sein Leiden, sein Sterben und seine Botschaft betreffen und wie sie in mein eigenes Leben hineinwirken. Ich denke dabei auch an meine Oma, die letztes Jahr starb und mich so sehr im Glauben geprägt hat. Sie war selbst orthodox geprägt, obwohl wir evangelisch-lutherisch waren und sie hat mir unter anderem beigebracht In der Passionszeit tanzt man nicht. Da ist Trauerzeit.
Als Erwachsene kann ich nun selbst entscheiden, ob ich tanzen möchte oder nicht. Aber tatsächlich hat sich in meinem Leben etabliert, dass ich in dieser Zeit meist nicht feiere und nicht tanze. Das heißt nicht, dass Freude keinen Platz hat, aber es ist ein bewusster Raum, in dem Trauer, Nachdenklichkeit und die schweren Gefühle ihren Raum einnehmen dürfen, ohne dass gleich Hoffnung und Freude dazuspringen müssen.
Als ich im Laufe meines Lebens entdeckte, dass ich im Glauben atmen und denken darf, habe ich vieles von alten Strukturen, Gedanken und Traditionen abgelegt. Doch dieses Bewusstsein, dass Passionszeit eine Zeit ist, in der Trauer Platz haben darf, hat mich tief geprägt. Nicht als Zeit einer Trauerpflicht, aber als Zeit, die die Möglichkeit schenkt, auch mal den unangenehmen Gefühlen im Leben Raum zu geben und sie im christlichen Horizont zu erleben.
Für mich ist Karfreitag das Schlüsselerlebnis meines Glaubens. An diesem Tag spüre ich meine Freiheit bestätigt, die Gnade und Liebe Gottes wird spürbar. Gott wird Teil der Geschichte, greifbar und anfassbar, damit wir wirklich glauben können, dass Gott nicht irgendwo über uns schwebt, sondern an unserer Seite ist.
Die Passionszeit ist deshalb für mich ein Raum des Innehaltens, des bewussten Verzichts und der Reflexion und zugleich ein Raum, in dem ich mein Leben aus Gottes Perspektive betrachten kann und nicht ich zu Gott kommen muss, sondern Gott mir besonders nahe ist.
Foto: Body and Soul Folge 13 - Body&Soul
Foto: Oh Haupt voll Blut und Wunden - Musik­­Momente
Foto: Passionszeit heißt auch: die Dunkelheit nicht wegdrücken - Gebete
Porträt einer Frau namens Leen vor einem neutralen, grau-blau verschwommenen Hintergrund. Sie steht frontal zur Kamera, lächelt freundlich und blickt direkt in die Linse. Sie hat schulterlanges, hellblondes Haar und trägt ein dunkles Oberteil. Oben links steht „Deine OnlineKirche“ mit einem runden Logo in Grün und Blau. Über dem unteren Bildbereich liegt ein graues Textfeld mit der Aufschrift „Passionszeit. Und ich.“ Darunter steht: „Leen: Manches, was ich verloren habe, lässt sich nicht zurückholen.“ Die Worte „sich nicht zurückholen“ sind gelb hervorgehoben.
Diese Wochen fühlen sich schwer an, nicht laut, aber spürbar. Passion heißt für mich, nicht wegzusehen, sondern stehen zu bleiben, hinzuschauen, hineinzufühlen - bei Jesus und bei mir selbst, auch dort, wo es wehtut.
Manches, was ich verloren habe, lässt sich nicht zurückholen. Ein Leben. Ein Kind. Ein Traum. Und es gibt Schmerzen, die tiefer reichen, als Worte es je könnten.
Gerade die Passionszeit schenkt mir immer wieder diesen Moment des Wahrnehmens, in dem ich mich trage: Wo trage ich gerade zu viel? Wo bin ich müde geworden vom Funktionieren und Starksein?
Und die aktuell wichtigste Frage in meinem Leben: Wo hadere ich mit Gott und halte ihm trotzdem mein Herz hin?
Jesus geht diesen Weg nicht mit Distanz oder erhobenem Zeigefinger. Er geht ihn als Mensch, verletzlich, mit Wunden, mit Tränen, mit Angst. Er kennt Verlust. Er kennt meinen Verlust. Und er bleibt.
Passionszeit heißt für mich nicht, perfekt glauben zu müssen. Sie heißt, dass ich klagen darf, dass Zweifel Raum haben dürfen und Hoffnung trotzdem leise weiteratmet.
Ich bin ein Mensch mit meiner Geschichte - und Gott bleibt, auch im Schweren, nicht voraus gehend, nicht fern, sondern neben mir, Schritt für Schritt.
Eine Person hält mit beiden Händen ein herzförmiges Symbol in den Farben Blau und Gelb – die Farben der ukrainischen Flagge. Das Herz füllt die Bildmitte aus, die Finger umschließen es vorsichtig von beiden Seiten. Der Hintergrund ist leicht abgedunkelt, sodass das Herz besonders hervorsticht. Oben links steht „Deine OnlineKirche“ mit einem Kreuzsymbol. In der Mitte befindet sich ein grünes Symbol mit gefalteten Händen und dem Wort „Gebet“. Darunter steht in gelber und weißer Schrift: „4 Jahre Krieg in der Ukraine.
Nahaufnahme einer Person, die mit beiden Händen ein Herz aus Papier hält. Das Herz ist in den Farben Blau und Gelb gestaltet – die Farben der ukrainischen Flagge. Der Hintergrund und das Kind sind in gedeckten, entsättigten Tönen gehalten, sodass das farbige Herz besonders hervorsticht. Unten im Bild steht: „Gebet – 4 Jahre Krieg in der Ukraine“. Ein Symbol mit gefalteten Händen begleitet das Wort „Gebet“.
GOTT! Ewige! Vier Jahre währt dieser Krieg. Erbarme dich! Wir bitten dich für die Opfer dieses Krieges: für die Zivilbevölkerung, für Verwundete, Trauernde und Traumatisierte. Halte sie in deiner heilenden Nähe. Schenke Trost und Schutz.
Wir bitten dich für die Soldatinnen und Soldaten: für alle Kämpfenden auf beiden Seiten. Bewahre sie vor Verrohung, stärke ihr Gewissen im Grauen des Krieges.
Wir bitten dich für die Verantwortlichen in Politik und Militär: schenke Weisheit und die Bereitschaft, Machtinteressen zurückzustellen für das Wohl aller. Führe sie hin zu ernsthaften Friedensverhandlungen.
Wir bitten dich für deine Kirche: für Geistliche und Gemeinden in der Ukraine, in Russland und in allen vom Krieg betroffenen Regionen. Erfülle sie mit deiner Hoffnung und deinem Trost, dass sie Zeichen deines Friedens setzen können.
Wir bitten dich für deine Menschen: Für die, die ausharren, für die, die ihr Land verlassen und für die, die sie aufnehmen. Für die, deren Herz in der fernen Heimat ist. Für die Gleichgültigen. Wecke die Menschlichkeit, die stärker ist als Hass.
Jesus Christus, du Licht vom Licht, wir sehen auf dich. Erbarme dich. Komm mit deiner Gerechtigkeit, deinem Frieden. Lass dein Licht stärker sein als die Finsternis. Mache auch uns zum Licht in dieser Welt - heute und alle Tage. Quelle: Fachkommission für Gottesdienst und Agende der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland