Aktion

Foto: Laura_Festival - Aktion
Foto: Peter-Wahl_092026 - Aktion
Im Vordergrund ist eine ältere Frau mit kurzen, grauen Haaren und einem freundlichen Gesichtsausdruck zu sehen. Sie trägt eine helle Jacke. Im Hintergrund befindet sich ein abstraktes Gemälde mit warmen Gelb- und Brauntönen. Oben links ist ein Logo mit einem Kreuz und einem Kreis zu erkennen, daneben steht der Schriftzug 'Deine OnlineKirche'. In der Mitte des Bildes befindet sich ein grünes Textfeld mit der Aufschrift 'ZeilenWeise'. Darunter steht in weißer und gelber Schrift: 'Gabi Herbst: Gedanken zur Jahreslosung'.
Vielleicht denk ich mich Noch einmal vor diese Nacht Und vor diese Düsternis und Vor den Krieg Denn das Morgenlicht fängt ja auch Neu an es hat schon Längst von den Vögeln eine Ganze Ladung Hoffnung Eingesaugt Vielleicht denk ich mich Noch einmal vor alle Lügenworte und hülle mich Ein in die Trostgeschichten Der Märchen und der Kleinen zerfledderten Lederbibel meines Klavier spielenden Vaters
Dann wird es leicht Viel leicht Und es steigt ein ganzer Tag auf und die Zärtlichkeit der fragilen Pinken Wicke am Zaun Des unfreundlichen Nachbarn Erinnert an das Blühen Ohne Warum die Liebe Ohne Warum und die Hoffnung dass alles Aber auch wirklich alles Neu werden könnte
Im Vordergrund ist eine ältere Frau mit kurzen, weißen Haaren und freundlichem Gesichtsausdruck zu sehen. Im Hintergrund liegt eine dunkle Flöte auf einer flauschigen, weißen Oberfläche. Oben links befindet sich ein Logo mit einem weißen Kreuz auf blau-grünem Kreis und der Schriftzug 'Deine OnlineKirche'. Im unteren Bereich steht auf einem gelben und blauen Balken der Text: 'ZeilenWeise „Die müden Hirten“, ein Gedicht von Gabi Herbst'.
Auf schwarzem Hintergrund steht: Vielleicht sind auch die müden Hirten brauchbar, deren Flöten verqollen und deren Stöcke im Dickicht der Städte verlorengingen. Vielleicht ist jetzt die Zeit der Schafe, die in Jahrtausenden lernten, Rufe zu orten, Wölfe zu wittern und sich die Kälte nicht unter die Haut zu lassen. Vielleicht suchen die Schafe jetzt ihre Hirten, bergen sie zwischen Wolkenfellen, bis die Flöten getrocknet, die Schwere der Lider verflogen und die neuen Zeichen der Weisung gefunden sind.
Eine ältere Frau mit kurzen, weißen Haaren und freundlichem Gesichtsausdruck ist vor einem Smartphone-Bildschirm zu sehen. Das Smartphone zeigt eine Nahaufnahme einer blauen Blüte und weißer Doldenblüten. Im oberen Bereich befindet sich ein Logo mit einem stilisierten Kreuz und dem Schriftzug 'Deine OnlineKirche'. In der Mitte steht auf grünem Hintergrund 'ZeilenWeise'. Darunter folgt der Text: '“GLEICH”, ein Gedicht von Gabi Herbst nach Gottfried Benn “Schöner Abend”'.
Ich nahm den Hoffnungsweg, den lang versperrten, doch diesen Morgen zog er mich in Bann. Wies in die Felder mich, durch manche Gärten. Ich lief und sah mich neu von innen an. Allüberall Wegwarten für mich blauten, mir flüsterten vom Himmel sternenreich und von der Sonne, die sie täglich schauten. Das Handy klingelte. Ich simste: GLEICH.
Foto: GiA-Berthold-2026 - Aktion
Über einem großen doppelflügel gig Tor hängt eine große Regenbogenfahne. Die Szene spielt vor einem offenen Tor aus Metall, das in eine Backsteinmauer eingelassen ist. Eine weitere Person mit Rucksack geht durch das Tor. Im Vordergrund sind Kopfsteinpflaster und ein Fahrrad zu sehen. Mehrere farbige Textfelder und ein rundes Logo mit Kreuzmotiv sind eingeblendet. Die Schrift ist klar lesbar: 'Deine OnlineKirche', 'Kennst du schon...?', 'Queer in der EKM'.
Queere Menschen gibt es überall in unserer Kirche - in den Kirchengemeinden, den Kirchenämtern, der Diakonie oder als Mitarbeitende. Doch Kirche wird leider noch immer nicht für alle als sicherer Ort erlebt. Wir von „Queer in der EKM" glauben fest daran: Gottes Liebe gilt allen Menschen uneingeschränkt. Gott nimmt uns so an, wie wir sind. Deshalb setzen wir uns für eine diskriminierungsfreie Kirche ein, in der jede*r - unabhängig von sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität und Beziehungsform - sicher, willkommen und von Herzen eingeladen ist.
Fünf Porträtfotos von Personen sind kreisförmig angeordnet und jeweils mit Namen und Pronomen beschriftet: Jona (sie/ihr), Franziska (sie/ihr), Rebekka (keine/alle), Bettina (sie/ihr) und Ronny (er/ihm). In der Mitte unten befindet sich ein Regenbogenkreis als Symbol. Im Hintergrund ist ein Gebäude mit zwei Regenbogenflaggen zu sehen. Oberhalb der Porträts steht in gut lesbarer Schrift: 'Wir sind für dich da! Wir wollen queere Menschen in der EKM vernetzen, sichtbarer machen und einen Ort des Austausches schaffen. Vor allem sind wir deine Ansprechpersonen, wenn du Fragen hast oder Unterstützung brauchst.'
Zwei Hände mit nach vorne gerichteten Fäusten sind im Vordergrund zu sehen. Auf den Fingern steht in bunten Buchstaben 'LGBTQIA+'. Im Hintergrund verläuft ein Regenbogen mit sechs Farbstreifen von links nach rechts. Darauf stehen in weißer Schrift mehrere Begriffe: 'Vielfalt leben', 'Vernetzung', 'Sichtbarkeit', 'Beratung', 'Ansprechpersonen', 'Sensibilisierung', 'Wofür wir stehen', 'Queere Perspektiven stärken', 'Sicherer Raum', 'Bildungsarbeit', 'Seelsorge'. Unten befindet sich ein Hinweis auf einen Instagram-Account: 'Folge uns gern hier auf Insta: @queer.EKM'. Daneben ist ein rundes Logo mit Regenbogenfarben abgebildet.
Foto: Vlog-Peter-0626 - Aktion
Kennst du schon ...? die unicorns4jesus?
Die unicorns4jesus machen Outlaw-Worship, also Lobpreis von und für alle, die Glaubensgemeinschaft und Kirche eher als Ort von Ausschluss, Anpassungsdruck oder Fremdheit erlebt haben. Sie verbinden klassische Worship-Themen mit mehrstimmigem Indie-Pop. Ihre Songs erzählen von Glauben, Sehnsucht, Verletzlichkeit und Hoffnung, für Menschen, die sich in christlichen Gemeinschaften oft wie Christ:innen zweiter Klasse fühlen. Besonders viele queere Menschen kennen diese Erfahrung. Aber auch viele andere: etwa Geschiedene, Alleinerziehende, neuro- divergente oder alleinstehende Menschen. Statt Hochglanz-Worship entsteht dabei etwas Ehrliches, Unperfektes ... Menschliches eben.
Neben ihren selbst geschriebenen und komponierten Songs findet ihr auf ihrer Homepage auch eine umfangreiche Liedersammlung für queer-inklusive Gottesdienste. Die Liste enthält sowohl Lobpreis- und Worshipsongs als auch eine Auswahl von Kirchenliedern aus dem landeskirchlichen Gesangbuchrepertoire. Sie möchte Musiker:innen und Gemeinden dabei unterstützen, passende Lieder für eine offene, vielfältige und einladende Gottesdienstgestaltung zu finden. Die Listen verstehen sich als Zeichen der Solidarität mit Menschen, die sich für Liebe, Vielfalt und Menschlichkeit in Kirche und Gemeinde stark machen.
Das Bild zeigt Jenni im Porträtformat. Sie sitzt auf einer Wiese im Freien, die Arme verschränkt und die Beine angezogen. Jenni trägt ein schwarzes Oberteil, eine blaue Jeans und Ohrringe. Im Hintergrund sind Bäume und ein Zaun zu sehen. Über dem Bild steht der Text: "Gedankenwolken" in weißer Schrift auf grünem Hintergrund. Darunter folgt der Text: "Jenni: Gottes Geist war immer schon Zeitgeist." in gelber und schwarzer Schrift. Im oberen Bereich des Bildes sind die Logos "Deine OnlineKirche" und ein blaues Kreuz-Symbol zu erkennen.
Heute ist „Zeitgeist" leider zu einem Kampfbegriff geworden. Das Gegenwort zur vermeintlich festen, sicheren Interpretation des „Wortes Gottes". Sobald eine Auslegung von der gewohnten Interpretation abweicht, heißt es schnell: Das ist nur Zeitgeist. Als wäre damit schon entschieden, dass es falsch ist. Als wäre das „Alte" automatisch Wahrheit und jede neue Perspektive automatisch Abweichung vom „Richtigen".
Dabei hat Gottes Geistkraft nie anders gewirkt als mitten in der Zeit. Sie hat Menschen nie außerhalb ihrer Welt angesprochen, nie losgelöst von ihrem Verstehenshorizont. Gottes Geistkraft sprach immer so, dass Menschen sie hören konnten: in ihrer Sprache, in ihren Bildern, in ihren Fragen, in ihren Möglichkeiten, die Welt zu verstehen. Genau das zeigt bereits die Bibel selbst. In ihr stehen unterschiedliche Stimmen nebeneinander: verschiedene theologische Perspektiven, unterschiedliche Akzente, manchmal sogar Spannungen.
Schon damals haben Menschen gedeutet, gerungen, interpretiert und sind nicht immer zu denselben Ergebnissen gekommen. Theologie und Glaube haben sich verändert, wurden neu gedacht. Dokumentiert in den Schriften der Bibel. Diese Vielfalt wurde nicht ausgelöscht, sondern bewahrt, weil Glaube immer vielfältig ist und mitten im Leben entsteht: geprägt von Zeit, Kultur, Erfahrung, Gesinnung und menschlichem Verstehen. Da ist Raum im Glauben. Bei Gott. In der Bibel.
Auch das, was heute oft als „schon immer gültige" Auslegung verteidigt wird, ist selbst Ausdruck eines Zeitgeistes. Nur eben eines früheren Zeitgeistes. Geprägt von den Fragen, Ängsten, Machtverhältnissen und Überzeugungen seiner Zeit. Genauso menschlich und nicht göttlicher, nur weil es älter ist. Es geht mir nicht darum, Glauben beliebig zu machen oder Wahrheit aufzugeben. Es geht darum, anzuerkennen, dass JEDE Auslegung Interpretation bleibt. Problematisch wird es dort, wo die eigene Deutung absolut gesetzt wird, als einzig legitime Stimme Gottes. Wo menschliche Auslegung mit göttlicher Autorität verwechselt wird.
Dann wird die Bibel nicht mehr als lebendiger Raum verstanden, sondern festgeschrieben und verengt. Sie wird enger gemacht, als sie selbst es ist: härter, strafender, trennender. Oft entsteht daraus ein Glaube, der kontrolliert, nicht mehr befreit. Doch Gottes Geist hat Menschen nie klein gemacht oder festgehalten. Hat nicht dazu befähigt, Angst zu verwalten oder Grenzen zu zementieren. Gottes Geist ist Bewegung. Lebendig. Gegenwärtig. Frei.
Auch der biblische Kanon ist kein geschlossenes, „vom Himmel gefallenes Buch". Nicht von Gott übergeben. Er ist gewachsen, als Ergebnis von Auswahlprozessen, theologischen Debatten, kirchlicher Autorität und historischer Entwicklung. Über Jahrhunderte wurde gesammelt, verworfen, diskutiert und entschieden, welche Schriften dazugehören und welche nicht.
Jesus selbst hat nichts Schriftliches hinterlassen. Ich vermute deshalb, weil Menschen genau das tun: Sie halten Transzendenz nicht aus. Sie brauchen etwas zum Festhalten. Etwas Materielles, Irdisches. Sie versuchen, Gott festzuschreiben, Gott verfügbar zu machen, um aus der eigenen Deutung damit Macht abzuleiten. Doch Gottes Geist entzieht sich genau dieser Vereinnahmung.
Gottes Geistkraft lässt sich nicht festhalten. Auch nicht in einem Buch. Sie bleibt nicht stehen. Nicht außerhalb der Zeit. Sie ist mitten in ihr. Immer. Auch heute noch. Gottes Geist ist Zeitgeist. Was denkst du?